Fassade mit Klinkerriemchen – Vorteile, Aufbau und moderne Gestaltungsmöglichkeiten
Eine Fassade mit Klinkerriemchen ist eine Fassadenverkleidung, bei der dünne keramische Riemchen direkt auf einen vorbereiteten Untergrund oder ein zugelassenes WDVS geklebt werden. So entsteht die klassische Klinkeroptik einer gemauerten Fassade mit deutlich geringerem Gewicht und schlankem Aufbau.
Damit ist diese Lösung für Bauherren, Architekten und Hauseigentümer interessant, die einen Neubau gestalten oder eine energetische Sanierung planen. Klinkerriemchen eignen sich für beide Einsatzbereiche, bieten viele Optionen bei Farben, Formaten und Oberflächenstrukturen und ermöglichen Fassadenbilder von klassischem Rot über warme Brauntöne bis zu modernen grauen, hellen oder schwarzen Tönen.
Der Beitrag zeigt, worauf es bei Aufbau, Gestaltung, geeigneten Untergründen und der Verarbeitung ankommt, welche Möglichkeiten es auf dem WDVS gibt und wie sich Formate, Farben, Kosten, Pflege und Planung sinnvoll bewerten lassen. Entscheidend für ein dauerhaft gutes Ergebnis sind die passende Systemlösung, ein geeigneter Untergrund und eine fachgerechte Ausführung.
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Was sind Klinkerriemchen?
Klinkerriemchen sind dünne, meist keramische Fassadenelemente, die das sichtbare Format und die Oberfläche klassischer Klinkersteine besitzen. Anders als bei einem massiven Verblendmauerwerk übernehmen sie jedoch keine tragende Funktion. Sie bilden die sichtbare Außenschicht der Fassade und werden auf einen geeigneten Untergrund geklebt.
Die typische Stärke von Klinkerriemchen liegt je nach Hersteller, Produkt und System häufig bei etwa 10 bis 20 Millimetern. Dadurch sind sie wesentlich dünner und leichter als vollständige Klinkersteine. Gleichzeitig entsteht nach dem Verfugen eine Fassadenoptik, die einem klassischen Klinkermauerwerk sehr nahekommt.
Klinkerriemchen werden auch als Verblendriemchen, Fassadenriemchen oder Flachverblender bezeichnet. Für Gebäudeecken, Fensterlaibungen und andere sichtbare Abschlüsse stehen spezielle Winkelriemchen und ergänzende Fassadenelemente zur Verfügung. Diese Details sorgen dafür, dass die Verkleidung auch an Kanten wie eine massive Klinkerwand aussieht.

Was ist der Unterschied zwischen Klinkerriemchen und einer klassischen Klinkerfassade?
Eine klassische Klinkerfassade besteht häufig aus einem zweischaligen Wandaufbau. Vor dem tragenden Mauerwerk wird eine eigenständige Schale aus Klinkersteinen errichtet. Dieses sogenannte Verblendmauerwerk benötigt ein entsprechendes Fundament, ausreichenden Platz und eine konstruktive Verbindung mit der übrigen Hauswand.
Bei einer Fassade mit Klinkerriemchen entfällt diese zusätzliche Mauerschale. Die Riemchen werden direkt auf den vorbereiteten Untergrund oder auf ein geeignetes Wärmedämmverbundsystem geklebt. Dadurch benötigt der Aufbau deutlich weniger Tiefe.
Die wesentlichen Unterschiede liegen somit in Gewicht, Stärke und Aufbau. Während massive Klinkersteine Teil einer eigenen Vormauerschale sind, dienen Klinkerriemchen als dünne Fassadenverkleidung. Optisch können beide Lösungen sehr ähnlich wirken, sofern Riemchen, Eckelemente und Fugen fachgerecht verarbeitet werden.
Welche Vorteile bietet eine Fassade mit Klinkerriemchen?
Eine Fassade mit Klinkerriemchen bietet eine Verbindung aus klassischer Optik, gestalterischer Flexibilität und einem vergleichsweise schlanken Aufbau.
Hochwertige Klinkeroptik
Der wichtigste Vorteil liegt in der authentischen Optik. Struktur, Farben, Kanten und Formate orientieren sich an klassischen Klinkerfassaden. Nach der Verfugung entsteht ein zusammenhängendes Fassadenbild mit dem typischen Charakter einer Klinkerwand.
Geringes Gewicht und geringe Aufbauhöhe
Klinkerriemchen sind wesentlich dünner und leichter als Vollklinker. Diese Eigenschaft spielt besonders bei der Sanierung bestehender Fassaden eine wichtige Rolle. Der Aufbau lässt sich häufig auch dort realisieren, wo für ein vollständiges Verblendmauerwerk nicht genügend Platz vorhanden ist.
Große Gestaltungsvielfalt
Klinkerriemchen sind in zahlreichen Farben, Formaten und Oberflächen erhältlich. Hersteller bieten teilweise mehrere Hundert Varianten an. Dadurch lässt sich die Fassadengestaltung an moderne, traditionelle, industrielle oder ländliche Architektur anpassen.
Einsatz auf Wärmedämmverbundsystemen
Für geeignete und entsprechend zugelassene Systeme können Klinkerriemchen als sichtbare Oberfläche eines Wärmedämmverbundsystems eingesetzt werden. Die Wärmedämmung und die Klinkeroptik werden dabei in einem abgestimmten Aufbau kombiniert.
Witterungsbeständigkeit
Hochwertige Klinkerriemchen für den Außenbereich sind frost- und witterungsbeständig. Sie schützen die Oberfläche vor Regen, Wind und Sonneneinstrahlung. Die konkreten Eigenschaften hängen allerdings immer vom jeweiligen Produkt und dem gesamten Fassadensystem ab.
Pflegeleichte Oberfläche
Im Vergleich zu vielen verputzten Fassaden sind keramische Oberflächen häufig weniger anfällig für dauerhafte Verschmutzungen und benötigen keinen regelmäßigen Fassadenanstrich. Fugen, Anschlussdetails und die Gesamtfassade sollten dennoch regelmäßig kontrolliert werden.
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Fassade mit Klinkerriemchen auf WDVS
Ein WDVS verbindet eine außenliegende Wärmedämmung mit einem abgestimmten Fassadenaufbau. Statt einer verputzten Oberfläche können bei dafür vorgesehenen Systemen Klinkerriemchen als abschließende Verkleidung eingesetzt werden.
Der typische Aufbau eines solchen WDV-Systems besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten:
- tragfähiges Mauerwerk oder geeigneter Bestandsuntergrund
- Dämmplatten
- Befestigung und Armierungsschicht
- systemgeeigneter Klebemörtel
- Klinkerriemchen
- Fugenmörtel und Anschlussdetails
Die konkreten Schichten und Befestigungen hängen vom jeweiligen Hersteller und der bauaufsichtlichen Zulassung des Systems ab. Einzelne Produkte verschiedener Hersteller sollten deshalb nicht ohne Prüfung miteinander kombiniert werden.
Eine Fassade mit Klinkerriemchen auf WDVS eignet sich besonders, wenn im Rahmen einer Fassadensanierung gleichzeitig die Wärmedämmung verbessert und die Optik des Hauses verändert werden soll.
Welche Untergründe eignen sich für Klinkerriemchen?
Klinkerriemchen können auf unterschiedlichen Untergründen verarbeitet werden. Grundsätzlich muss die Fläche sauber, trocken, eben, fest und tragfähig sein.
Mögliche Untergründe sind unter anderem:
- geeignete mineralische Putzflächen
- Beton
- tragfähiges Mauerwerk
- spezielle Trägerplatten
- zugelassene Wärmedämmverbundsysteme
Nicht jeder vorhandene Putz ist automatisch als Untergrund geeignet. Lose Stellen, Risse, Feuchtigkeit, Algenbefall oder nicht tragfähige Anstriche müssen vor der Verlegung behoben werden.
Bei einer bestehenden Fassade sollte deshalb zunächst geprüft werden, ob eine direkte Verklebung möglich ist oder ob die Oberfläche vorbereitet beziehungsweise neu aufgebaut werden muss.

Klinkerriemchen richtig kleben
Die fachgerechte Verklebung entscheidet über Langlebigkeit und Sicherheit der Fassadenverkleidung. Klinkerriemchen müssen möglichst hohlraumfrei gesetzt werden, damit sich hinter den Elementen kein Wasser sammeln kann und eine gleichmäßige Verbindung zum Untergrund entsteht.
Häufig kommt das sogenannte Buttering-Floating-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird Klebemörtel sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite der Riemchen aufgetragen. Anschließend wird jedes Element in das Kleberbett eingeschoben und ausgerichtet.
Der grundsätzliche Ablauf umfasst folgende Schritte:
Untergrund prüfen und vorbereiten
Die Hauswand wird auf Tragfähigkeit, Ebenheit und Feuchtigkeit geprüft. Staub, Schmutz, lose Beschichtungen und nicht tragfähige Bestandteile müssen entfernt werden.
Fassadenfläche einteilen
Vor dem Kleben werden Höhen, Bezugslinien und Fugenverläufe festgelegt. So lassen sich ungünstige Zuschnitte und unregelmäßige Linien vermeiden.
Klebemörtel auftragen
Der systemgeeignete Kleber wird mit einer Zahnkelle gleichmäßig aufgetragen. Die Größe der Zahnung richtet sich nach Produkt und Untergrund.
Riemchen einsetzen
Die Fassadenelemente werden in das Kleberbett gedrückt und ausgerichtet. Dabei müssen die vorgesehenen Fugenbreiten eingehalten werden.
Winkelriemchen anbringen
Gebäudeecken werden mit Winkelriemchen gestaltet. Dadurch entsteht der Eindruck einer massiv gemauerten Ecke.
Fugen ausfüllen
Nach ausreichender Trocknung wird geeigneter Fugenmörtel eingebracht. Die Fugenfarbe und die Art der Ausführung beeinflussen die spätere Gesamtwirkung erheblich.
Welche Formate gibt es bei Klinkerriemchen?
Klinkerriemchen sind in unterschiedlichen Formaten erhältlich. Das Format bestimmt nicht nur die Maße der einzelnen Elemente, sondern auch die Linienführung und Wirkung der gesamten Fassade.
Zu den verbreiteten Formaten gehören:
Normalformat
Das Normalformat, kurz NF, erzeugt eine klassische und vertraute Klinkeroptik. Es eignet sich für viele traditionelle und moderne Hausfassaden.
Dünnformat
Das Dünnformat, kurz DF, ist flacher und länger proportioniert. Dadurch wirkt die Fassade feiner und häufig etwas moderner.
Waaldickformat und Waalformat
WDF und WF besitzen eine längliche Form und werden gerne für moderne Fassaden mit horizontaler Betonung verwendet.
Reichsformat
Das Reichsformat orientiert sich an historischen Abmessungen und eignet sich für klassische Gebäude, Sanierungen oder eine bewusst traditionelle Fassadengestaltung.
Modulformat und Sonderformate
Darüber hinaus gibt es Modulformate, M50, Sonderformate und weitere herstellerspezifische Maße. Solche Varianten geben Architekten und Bauherren zusätzliche Flexibilität bei der Fassadenplanung.
Die genaue benötigte Stückzahl pro Quadratmeter hängt vom Format, den Maßen und der vorgesehenen Fugenbreite ab.
Farben und Oberflächen für jede Architektur
Die Auswahl der Riemchen-Farben reicht weit über klassisches Ziegelrot hinaus. Neben roten und braunen Varianten gibt es helle Beige- und Sandtöne, Grau, Anthrazit, Schwarz, Weiß sowie mehrfarbig nuancierte Produkte.
Rote und braune Klinkerriemchen
Rot und Braun stehen für eine klassische Klinkerfassade. Diese Farben passen zu traditionellen Häusern, ländlicher Architektur und Gebäuden mit warmen Dach- oder Holztönen.
Beige und helle Farbtöne
Helle Klinkerriemchen wirken freundlich und ruhig. Sie lassen sich gut mit großen Fensterflächen, Holz oder modernen Fassadenelementen kombinieren.
Grau, Anthrazit und Schwarz
Dunkle Klinkeroptik wirkt geradlinig, elegant und modern. Sie eignet sich besonders für klare Architektur und Kombinationen mit Aluminium, Glas oder hellen Putzflächen.
Mehrfarbige Sortierungen
Nuancierte Mischungen verbinden verschiedene Farbtöne innerhalb einer Fläche. Dadurch entsteht ein lebendiges Fassadenbild, das weniger gleichmäßig und besonders natürlich wirkt.
Neben der Farbe prägt auch die Oberfläche das Ergebnis. Glatte Klinkerriemchen wirken präzise und modern. Raue, rustikale oder unregelmäßige Oberflächen erzeugen mehr Tiefe und klassischen Charme.
Eine Wasserstrich-Oberfläche entsteht durch ein spezielles Herstellungsverfahren und besitzt häufig eine lebendige, leicht strukturierte Optik. Auch handgeformt wirkende Oberflächen sind beliebt, wenn ein besonders individueller Charakter gewünscht wird.
Welche Rolle spielt die Fugenfarbe?
Die Fuge ist ein zentraler Bestandteil der Fassadengestaltung. Sie beeinflusst die Wirkung der Klinkerriemchen ebenso stark wie Farbe und Format.
Eine helle Fuge hebt jedes einzelne Riemchen stärker hervor und erzeugt ein kontrastreiches Raster. Eine dunkle Fuge tritt optisch zurück und lässt die Fassadenfläche ruhiger wirken. Eine Fugenfarbe, die den Riemchen ähnelt, erzeugt ein harmonisches und flächiges Gesamtbild.
Vor der endgültigen Auswahl sollte deshalb nicht nur ein einzelnes Riemchen, sondern möglichst eine größere Musterfläche mit der vorgesehenen Fugenfarbe betrachtet werden. Erst im Zusammenspiel von Riemchen, Oberfläche, Fuge und Sonneneinstrahlung zeigt sich die tatsächliche Wirkung.

Gestaltungsmöglichkeiten mit Klinkerriemchen
Eine Fassade muss nicht vollständig mit Klinkerriemchen verkleidet werden. Häufig entstehen besonders interessante Ergebnisse durch die Kombination mit anderen Materialien.
Komplette Hausfassade
Eine vollständig verkleidete Hauswand erzeugt die stärkste Klinkeroptik und ein einheitliches Fassadenbild.
Sockel und Eingangsbereich
Klinkerriemchen können gezielt am Sockel, rund um die Haustür oder an vorspringenden Gebäudeteilen eingesetzt werden. So entstehen klare Akzente, ohne die gesamte Fassade zu verändern.
Kombination mit Putz
Putz und Klinkeroptik gehören zu den beliebtesten Materialkombinationen. Helle Putzflächen können durch dunkle Riemchen gegliedert werden, während warme Klinkerfarben eine nüchterne Fassade wohnlicher wirken lassen.
Kombination mit Holz oder Fassadenpaneelen
Holz, Metall und moderne Fassadenpaneele schaffen einen bewussten Kontrast zur keramischen Oberfläche. Diese Kombination eignet sich besonders für zeitgemäße Architektur.
Klinkerriemchen im Innenbereich
Klinkerriemchen werden nicht nur außen eingesetzt. Auch im Innenraum können sie als Wandverkleidung verwendet werden, etwa im Wohnzimmer, im Flur, in der Küche oder in Gewerberäumen.
Im Innenbereich erzeugt eine Klinkerwand je nach Farbe und Oberfläche einen rustikalen, industriellen oder modernen Stil. Da die Anforderungen an Frostbeständigkeit und Wetterschutz entfallen, können hier teilweise andere Produkte verwendet werden als an der Fassade.
Klinkerriemchen bei Sanierung und Neubau
Bei einer Sanierung sind Klinkerriemchen besonders interessant, weil sie wenig Aufbauhöhe benötigen. Eine ältere Hauswand kann optisch vollständig verändert werden, ohne dass zwingend ein neues Verblendmauerwerk errichtet werden muss.
Vor der Umsetzung muss jedoch geprüft werden, ob der Untergrund tragfähig ist und ob gleichzeitig Maßnahmen an Dämmung, Mauerwerk oder Feuchtigkeitsschutz notwendig sind.
Im Neubau können Klinkerriemchen frühzeitig in die Fassadenplanung integriert werden. Dadurch lassen sich Fensteranschlüsse, Gebäudeecken, Dämmstärke und Materialkombinationen von Beginn an aufeinander abstimmen.
Für beide Fälle gilt: Eine frühzeitige Planung reduziert spätere Anpassungen und sorgt für sauber ausgeführte Details.
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Was kosten Klinkerriemchen?
Der Preis von Klinkerriemchen hängt von Hersteller, Format, Farbe, Oberfläche und Qualität ab. Einfache oder häufig angebotene Produkte beginnen teilweise bei ungefähr 40 Euro pro Quadratmeter. Hochwertige, handwerklich wirkende oder exklusive Varianten können deutlich über 100 Euro und in Einzelfällen auch über 190 Euro pro Quadratmeter kosten.
Diese Werte beziehen sich üblicherweise nur auf die Riemchen. Zusätzlich müssen je nach Projekt weitere Kosten berücksichtigt werden:
- Winkelriemchen und Sonderteile
- Klebe- und Fugenmörtel
- Untergrundvorbereitung
- Dämmung und WDVS-Aufbau
- Zuschnitt und Anschlussdetails
- Gerüst
- Montage und Verfugung
Der reine Artikelpreis erlaubt daher noch keine zuverlässige Aussage über den Gesamtpreis einer Fassade mit Klinkerriemchen.
Auch die Wirtschaftlichkeit sollte nicht allein nach dem günstigsten Produkt beurteilt werden. Qualität, Frostbeständigkeit, Farbbeständigkeit, systemgerechte Verarbeitung und Langlebigkeit spielen für die gesamte Nutzungsdauer eine wichtige Rolle.
Mögliche Nachteile und häufige Probleme
Klinkerriemchen bieten viele Vorteile, sind aber nicht für jeden Untergrund und jedes Projekt automatisch die beste Lösung.
Hoher Anspruch an die Verarbeitung
Unregelmäßige Fugen, sichtbare Kleberreste oder schlecht gestaltete Ecken fallen bei einer Klinkerfassade schnell auf. Eine sorgfältige Einteilung und handwerklich saubere Montage sind deshalb besonders wichtig.
Untergrund muss tragfähig sein
Lose Putze, feuchte Flächen und beschädigte Untergründe können nicht einfach überklebt werden. Vorherige Sanierungsmaßnahmen können erforderlich sein.
Weiße Ausblühungen
Unter bestimmten Bedingungen können weiße Ablagerungen auf Riemchen oder Fugen sichtbar werden. Solche Ausblühungen entstehen häufig durch lösliche Salze, die mit Feuchtigkeit an die Oberfläche gelangen. Eine richtige Materialauswahl, Lagerung und Verarbeitung verringern das Risiko.
Systemabhängigkeit bei WDVS
Bei einem Wärmedämmverbundsystem müssen Dämmung, Befestigung, Armierung, Kleber, Riemchen und Fugenmaterial zusammenpassen. Ein nicht abgestimmter Aufbau kann zu Schäden führen.
Höherer Aufwand als bei einfachem Putz
Das Setzen und Verfugen einzelner Riemchen benötigt mehr Zeit als ein einfacher Fassadenanstrich oder eine schlichte Putzoberfläche. Dafür entsteht eine langlebige und deutlich strukturiertere Fassadenverkleidung.

Worauf sollten Bauherren bei der Auswahl achten?
Die Auswahl sollte nicht ausschließlich nach einem Foto oder der Farbe eines einzelnen Artikels erfolgen. Klinkerriemchen wirken an einer großen Fassade anders als auf einer kleinen Musterkarte.
Wichtige Auswahlkriterien sind:
- Eignung für den Außenbereich
- Frost- und Witterungsbeständigkeit
- Format und Maße
- Stärke und Gewicht
- Oberfläche und Farbnuancen
- passende Winkelriemchen
- Verfügbarkeit von Sonderteilen
- Eignung für das vorgesehene WDVS
- gewünschte Fugenfarbe
- Qualität und Herkunft
- Lieferfähigkeit und Nachbestellbarkeit
Produkte mit dem Hinweis Made in Germany können für eine nachvollziehbare Herstellung und kurze Lieferwege stehen. Entscheidend bleiben jedoch die konkreten technischen Merkmale, Prüfungen und Herstellerangaben.
Pflege und Kontrolle einer Klinkerriemchen-Fassade
Eine fachgerecht ausgeführte Fassade mit Klinkerriemchen ist in der Regel pflegeleicht. Verschmutzungen lassen sich abhängig von Oberfläche und Art des Schmutzes mit Wasser oder geeigneten milden Reinigungsmitteln entfernen.
Aggressive Reiniger oder zu hoher Wasserdruck können Fugen und Oberflächen beschädigen. Deshalb sollte die Reinigungsmethode immer zum Material passen.
In regelmäßigen Abständen sollten Fugen, Anschlüsse, Sockelbereiche und Übergänge zu Fenstern kontrolliert werden. Kleine Schäden lassen sich meist einfacher beheben, wenn sie früh erkannt werden.
Fazit: Klinkeroptik mit schlankem und flexiblem Aufbau
Eine Fassade mit Klinkerriemchen bietet die Optik einer klassischen Klinkerfassade, ohne dass eine vollständige Vormauerschale aus massiven Klinkersteinen errichtet werden muss.
Die geringe Stärke, das vergleichsweise niedrige Gewicht und die Kompatibilität mit geeigneten WDV-Systemen machen Klinkerriemchen sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen interessant. Gleichzeitig ermöglichen zahlreiche Farben, Formate und Oberflächenstrukturen eine individuelle Fassadengestaltung.
Damit die Vorteile langfristig erhalten bleiben, müssen Untergrund, Systemaufbau, Kleber, Fugenmörtel und Riemchen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Eine fachgerechte Planung und Verarbeitung ist deshalb die Grundlage für eine langlebige und hochwertige Fassade.
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Häufig gestellte Fragen zur Fassade mit Klinkerriemchen
Was ist der Unterschied zwischen Klinkerriemchen und echten Klinkersteinen?
Klinkerriemchen sind deutlich dünner und leichter als vollständige Klinkersteine. Während echte Klinkersteine häufig als separates Verblendmauerwerk vor der Hauswand errichtet werden, werden Klinkerriemchen direkt auf einen geeigneten Untergrund oder ein zugelassenes Wärmedämmverbundsystem geklebt. Optisch entsteht dennoch die Wirkung einer klassischen Klinkerfassade.
Kann man Klinkerriemchen auf eine verputzte Fassade kleben?
Klinkerriemchen können grundsätzlich auf geeigneten Putzflächen verklebt werden. Der Untergrund muss jedoch sauber, trocken, eben und ausreichend tragfähig sein. Lose Putzstellen, Risse, Feuchtigkeit oder nicht haftende Farbschichten müssen vor der Montage beseitigt werden. Bei älteren Fassaden sollte die Tragfähigkeit deshalb vorab fachgerecht geprüft werden.
Sind Klinkerriemchen für ein Wärmedämmverbundsystem geeignet?
Ja, Klinkerriemchen können auf einem dafür vorgesehenen und zugelassenen WDVS eingesetzt werden. Dämmplatten, Befestigung, Armierung, Klebemörtel, Riemchen und Fugenmörtel müssen dabei als abgestimmtes System verarbeitet werden. Nicht jedes Klinkerriemchen und nicht jedes Wärmedämmverbundsystem sind automatisch miteinander kompatibel.
Wie lange hält eine Fassade mit Klinkerriemchen?
Eine fachgerecht montierte Fassade mit hochwertigen Klinkerriemchen kann viele Jahrzehnte halten. Voraussetzung sind frostbeständige Produkte, ein tragfähiger Untergrund, eine hohlraumfreie Verklebung und sorgfältig ausgeführte Fugen und Anschlüsse. Die Fassade sollte regelmäßig auf beschädigte Fugen, lose Elemente oder undichte Anschlussbereiche kontrolliert werden.
Was kostet eine Fassade mit Klinkerriemchen pro Quadratmeter?
Der reine Preis für Klinkerriemchen beginnt je nach Hersteller, Format und Oberfläche teilweise bei etwa 40 Euro pro Quadratmeter. Hochwertige oder exklusive Varianten können deutlich über 100 Euro pro Quadratmeter kosten. Hinzu kommen Kosten für Winkelriemchen, Klebe- und Fugenmörtel, Untergrundvorbereitung, Dämmung, Gerüst und Montage. Der Gesamtpreis lässt sich deshalb nur anhand des konkreten Fassadenaufbaus zuverlässig berechnen.


